Sie befinden sich: -> Startseite -> Kalenderblatt -> 05.05.2010: Weibernetz und Frauennetzwerk Berlin
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Auf der Kundgebung anlässlich des Europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai 2010 forderte Dörte Gregorschewski vom Vorstand des Weibernetz e.V., Politische Interessenvertretung behinderter Frauen, in Kooperation mit dem Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V.:
„Die Interessenvertretung behinderter Frauen und Behindertenorganisationen gehören an den Runden Tisch zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle gegen Kinder.
Mädchen und Frauen mit Behinderung, die in Behinderteneinrichtungen leben, werden noch häufiger Opfer von Gewalt als Nichtbehinderte. Hier darf der Staat nicht wegsehen!“
Das Statement im Wortlaut:
„Ich freue mich, dass heute so viele Menschen gekommen sind, um für unsere Rechte zu streiten! Denn auch wenn Deutschland die Behindertenrechtskonvention ratifiziert hat, heißt das noch nicht, dass uns unsere Rechte einfach in den Schoß fallen.
Dazu ein aktuelles Beispiel:
Momentan berichten die Medien täglich von Missbrauchsfällen gegen Kinder aus den 60er und 70er Jahren. Langsam rollt eine Welle der Empörung und der Aufklärung auf Schulen, Internate und Heime zu. Und das ist richtig so!
Die Bundesregierung hat hierzu auch extra einen Runden Tisch eingesetzt.
Doch dieser Runde Tisch ist nicht vollständig besetzt! Weder die Interessenvertretung behinderter Frauen noch ein Behindertenverband sind zu dem Runden Tisch geladen.
Und das, obwohl bekannt ist, dass Mädchen und Frauen mit Behinderung wesentlich häufiger Gewalt erfahren als Nichtbehinderte. Ca. 60% der Frauen mit Behinderung, die in Einrichtungen leben, haben bereits sexualisierte Gewalt erfahren.
Das ist ein Skandal! Hier müssen endlich Taten folgen!
Die Behindertenrechtskonvention erkennt, dass Frauen mit Behinderung besonders stark von Diskriminierung betroffen sind. Die Konvention sieht unter anderem Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt vor und außerdem Hilfe und Unterstützung nach erlebter Gewalt.
Wir vom Weibernetz — dem Bundesnetzwerk behinderter Frauen und die Landesnetzwerke behinderter Frauen beschäftigen uns seit 20 Jahren mit dem Thema Gewalt.
Wir fordern:
Es gibt viel zu tun, um die Behindertenrechtskonvention umzusetzen.
lnklusion, Schutz vor Gewalt, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind keine wohlwollenden Zugeständnisse an uns. Hierbei handelt es sich um Menschenrechte!
Deshalb: Umsetzung der Behindertenrechtskonvention jetzt — und zwar mit uns!